Montag, 24. November 2014

[Rezension] Das Lied der Dunkelheit (1) - Peter V. Brett


Das Lied der Dunkelheit – Peter V. Brett

(Broschiert)


Verlag: Heyne

 
Ich mag Bücher, die lang sind, was ich nicht mag, sind Bücher die einen Klappentext haben, der im Grunde keine Aussage macht. Es ist ein nettes Zitat, aber was sagt es mir über das Buch!? Diese Bücher sind dann wie Blindkäufe.

 
Der Inhalt:
In diesem Buch finden sich drei Personen wieder, welche die Hauptpersonen bilden und vorerst unabhängig voneinander agieren.
Jeden Abend, sobald sich die Dämmerung ankündigt steigen Dämonen, unterschiedlichster Art aus dem Untergrund empor. Die Menschen sind Ihnen schutzlos ausgeliefert, solange sie sich in ungeschützten Bereichen, also Flächen ohne Siegel, befinden.
Diese Siegel sorgen dafür, dass die Dämonen nicht in die Häuser kommen, Felder verwüsten oder die Ställe samt Vieh zerlegen. Woher diese Siegel kommen ist den meisten eher unklar oder einfach eingebläut worden. Sich zu verteidigen, das traut sich leider keiner. Wie auch wenn es nur Siegel gibt, die dafür sorgen, dass einfach keiner hinein kommt.
So stark wie diese Verteidigung ist, so anfällig ist sie auch. Die Arbeitsfähigkeit dieser Siegel hängt von einer kontinuierlichen Wartung ab. Eine Unterbrechung einer Linie oder eine verwischte Zeichnung, lassen das mühevoll konstruierte Netz wie ein Kartenhaus einstürzen.
Über diese Angst, den Kampf gegen die Gefängnisse, das Entwickeln von Träumen, Hoffnungen und den Weg zum eigentlichen Ziel der einzelnen Charaktere, erzählt das Buch. Doch das all das nur der Anfang ist, daran lässt der Autor keinen Zweifel.

 
Was ich denke:
Arlen. Rojer. Leesha.
Alle drei stammen aus kleinen Ortschaften, die sich immer nur mit Müh und Not vor den Dämonen schützen können. Jeder von Ihnen hat seine eigenen Ziele und Träume, die sie auf eine Reise leitet, die keine Umkehr duldet.
In diesem Buch ist mein Liebling Arlen. Er träumt davon Waffen gegen die Dämonen zu finden, damit er und alle anderen Menschen sich nicht mehr vor den Dämonen verstecken müssen, soass niemandes Heim mehr zu einem Gefängnis wird. Seine Ausdauer und sein fast krampfhaftes Festhalten an diesem Ziel ist unglaublich bewundernswert. Er verlässt dafür nicht einfach nur seine Heimat, sondern überschreitet Grenzen, zu anderen Ländern und auch Grenzen, die ihre Sitten setzen. Damit macht er sich Freunde, Bewunderer, erlangt sogar einen besonderen Status – der ihm zum Verhängnis wird und dafür sorgt, das er über sein Ziel stolpert. Als ihm klar wird was es gilt zu opfern, schreckt er sogar davor nicht zurück.
Rojer, der Teufelsgeiger – oder so. Seine Fähigkeit mit der Geige umzugehen schützt ihn vor Dämonenübergriffen. Eine extreme Fähigkeit, die ihn zu etwas besonderen macht. Er hat es raus Siegel in Musik zu verwandeln und damit einen wirksamen Schutz vor Dämonen zu wirken, der leider nur so lange anhält, wie die letzte Note in der Luft verklingt. Seine Ziele sind ganz anderer Natur. Rojer möchte die Welt sehen, wird dafür Jongleur, denn diese reisen mit den Boten durch die Dörfer um nicht nur Nachricht aus der Welt zu bringen, sondern auch die Last, der drohenden Dunkelheit und ihre Geschöpfe, für eine kurze Zeit verschwinden zu lassen. Es scheint als wäre genau das seine Berufung – ständig eine Maske für verängstigte Dorfbewohner zu tragen.
Leesha ist für mich noch etwas schwammig. Kann ihre Ziele und den Antrieb dahinter noch nicht erkennen. Es gibt Momente an denen ich sie bewundere und dann legt sie irgendein irrationales Verhalten an den Tag, das mich aus der Bahn wirft und an ihrem gesunden Menschenverstand zweifeln lässt. Daher kommt auch meine Unentschlossenheit ihr etwas Positives abzugewinnen. Ich warte dafür die weitere Entwicklung in den nächsten Büchern ab.

 
Das Fazit:
Es steht von den Charakteren zwei zu eins für das Buch.
Ich mag die Geschichte, wie der Autor sie aufbaut, langsam aber kontinuierlich, steigt die Spannung. Am Anfang gibt es vielleicht sogar gar keine Spannung, weil sich da noch viel um das alltägliche Leben dreht und der Leser erst einmal die Charaktere kennen lernen muss.
Ich konnte mich schnell an die Charaktere gewöhnen, fing schnell an mit ihnen zusammen zu leben und zu atmen. So echt finde ich die Figuren. So echt, das ich dieses dicke Buch in sehr kurzer Zeit verschlungen habe.

 
Die Wertung:
Hier gibt es 4 von 5 Punkten. Ganz klarer Fall von: lesen.

(24.11.2014)

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