Sonntag, 29. November 2015

[Rezension] Silber: Das erste Buch der Träume - Kerstin Gier

Silber: Das erste Buch der Träume – Kerstin Gier
(gebundene Ausgabe)
 
Verlag: FJB
 
Der Inhalt:
Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil… Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt  sie sehr.
In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich.
Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv Silber noch nie wiederstehen…
(Klappentext)
 
Lieblingszitat:
„»Bist du irre?« Jetzt kam ich einem Brüllen schon näher. »Persephone treibt mich in den Wahnsinn! Sie verfolgt mich auf Schritt und Tritt und redet ununterbrochen auf mich ein! Wenn sie wenigstens irgendwas Interessantes sagen würde! Aber nein – sie beschreibt mir detailliert alle Ballkleider, die sie nicht gekauft hat! Das kann doch kein Mensch aushalten. Wenigstens an meinem Geburtstag möchte ich davon verschont bleiben!«“
(Seite 340)
 
Das Fazit:
Ich musste das Buch re-readen um endlich (!!!) den zweiten Band lesen zu können, denn ich habe die Geschichte total verdrängt gehabt, außerdem war es ewig her, dass ich sie gelesen hatte.
Das Buch ist eine leichte, aber spannende Geschichte, die mich nicht nur dadurch in ihren Bann ziehen konnte, sondern auch weil, es (mal wieder) eine Fantasy Geschichte ist, die in unseren alltäglichen Welt spielt. Wie manche vielleicht schon gemerkt habe, ist das bei mir immer ein Pluspunkt den ich nicht müde werde zu erwähnen, wenn er mir in einer Geschichte über den Weg läuft.
Am Schreibstil der Autorin hat mir mal wieder gefallen, dass er so alltäglich ist, viele Dinge die Liv denkt und sagt, kommen einem selber oft über die Lippen oder in den Sinn. Das macht es mir als Leserin natürlich sehr leicht, mich in die Person Liv hineinzuversetzen und jede noch so peinliche Situation und krassen Gefühlsregungen nachzuempfinden. Auf jeden Fall bin ich ein Fan von Livs locker, leichten Art. Ich hoffe die behält sie im zweiten Buch weiterhin bei, denn ohne ihren unverwechselbaren Charme kann ich mir die Geschichte schon jetzt nicht mehr vorstellen.
Die Boygroup (Grayson, Henry, Jacob & Arthur) finde ich auch super. Total amüsant wie vier so unterschiedliche Charaktere befreundet sein können, da wundert es einen kaum, das die auch in solch ein Schlamassel geraten sind, zum Glück behält Liv ja immer einen klaren Kopf ;)
Auch die Geschichte um die Traumwelt herum hat die Autorin gut herausgearbeitet, man bekam immer wieder Input wie es gerade so läuft in der echten Welt, aber auch nicht so viel, dass man vorgeblättert hat um zu sehen wann es wieder spannend wird.
Überhaupt hat das Buch meiner Meinung nach keine Längen.
Ich bin einfach nur gespannt ob der Stil in den anderen Büchern gehalten wird, ob sich Liv mit der Zeit verändert und ob nicht doch noch „ein Albtraum“ hinter der übernächsten Ecke lauert.
 
Die Wertung:
Ich habe wirklich nichts an diesem Buch auszusetze, das Cover sieht unglaublich aus und spiegelt perfekt die verheißungsvolle, aber unberechenbare Traumwelt wieder. Für dieses gelungene Gesamtpaket gibt es 5 von 5 Punkten.
Und ich widme mich jetzt dem zweiten Buch der Träume – endlich…
 
(29.11.2015)

Montag, 9. November 2015

[Rezension] Herzfischen - Britta Sabbag & Maite Kelly

Herzfischen – Britta Sabbag & Maite Kelly
(Taschenbuch)
 
 
Verlag: Bastei Lübbe
 
Der Inhalt:
Der ehemalige Kinderstar Josy kommt im Alltag nur schwer zurecht. Als dann das Café ihres geliebten Patenonkels Hugo vor dem Ruin steht, hat sie eine nicht ganz so legale Idee: Sie fischt flirtwillige Männer aus dem Meer der Partnerschaftsseiten im Internet, deren Herzen und Geldbeutel weit offenstehen. Doch einer ihrer ausgenommenen Fische engagiert eine Online-Security-Agentur, und so ist ihr bald der ehrgeizige Simon auf der Spur. Simon und Josefine werfen nun beide ihre Köder aus – doch was passiert, wenn gleich zwei Herzen im Netz landen?
(Klappentext)
 
Lieblingszitat:
„ Jolightly: Die meisten Männer sind nicht witzig und denken nur, sie seien es, weil irgendwelche Kicherweibchen immer lachen, die ihnen einen Gefallen tun wollen. Und dann laufen sie ab der fünften Klasse herum und glauben, sie seien unfassbar humorvoll.“
(Seite 131)
 
Das Fazit:
Oha. Der Klappentext ist meiner Meinung nach nicht so der Bringer. Dieser ist mal wieder ein gelungenes Beispiel, warum ich eigentlich nicht zu Liebesromanen oder ähnlichen greife. Alles erscheint im Klappentext-Universum so dramatisch, dabei ist es dann im Buch viel „lebensnaher“ als man gedacht hat.
Genau das ist auch bei diesem Buch der Fall.
Ich habe das Buch wirklich verschlungen, es ist so entspannend leicht geschrieben, das ich gar nicht bemerkte wie die Seiten von mir in einem stetigen Rhythmus geblättert wurden.
Die Figuren aus Herzfischen sind so unglaublich lebendig, das ich die Trübsal blasende Josy, den Businessman Simon, den allzu knuddelig-liebenswerten Walli und den besten Patenonkel aller Zeiten Hugo, direkt vor mir sehen konnte. Natürlich sind die Figuren auch etwas stereotypisch, aber nur mit solch einem Stilmittel kann man eine Botschaft gut und eindeutig rüber bringen. Die Botschaft ist schön und macht einem Mut, sein Leben immer weiter anzugehen, auch wenn die Vergangenheit versucht nach einem zu greifen.
Die Geschichte hat mir lapidar gesagt einfach Spaß gemacht.
 
Die Wertung:
Das Buch erhält mit seiner wirklich witzigen Klappengestaltung, dem Daumenkino und einer spritzigen Geschichte erhält gelungene 4 von 5 Punkten. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, das ich wirklich weiter empfehlen kann.
 
(09.11.2015)

Samstag, 7. November 2015

[Rezension] Der Thron der Finsternis - Peter V. Brett

Der Thron der Finsternis – Peter V. Brett
(Broschiert, Rezensionsexemplar)
 

 
Verlag: Heyne
 
Der Inhalt:
Die Welt der Menschen ist in Aufruhr. Nacht für Nacht steigen die Dämonen aus der Tiefe auf, um die Bewohner der Städte und Dörfer in Angst und Schrecken zu versetzen. Seit nicht nur ein, sondern zwei Männer aufgestanden sind, um gegen die finsteren Wesen zu kämpfen und die Völker der Menschen endlich zu befreien, herrscht Krieg – denn Arlen, der tätowierte Mann des Nordens, und Jardir, der Anführer der krasianischen Wüstenkrieger könnten verschiedener nicht sein. Nicht einmal ein Zweikampf der beiden konnte den Zwist beenden, doch nun stehen sie vor ihrer größten Herausforderung: den Kampf gegen die Dämonen in das Reich der Finsternis zu tragen. Dafür müssen sie das scheinbar Unmögliche möglich machen und die zerstrittenen Völker der Menschen miteinander vereinen. Ein Krieg gegen die Nacht bahnt sich an, gewaltiger, dunkler und blutiger als je zuvor.
(Klappentext)
 
Lieblingszitat:
„Ich bin nicht der verdammte Erlöser! Genauso wenig wie du der Erlöser bist! Die Menschheit als Ganzes muss sich selbst erlösen, und nicht auf einen Einzelnen warten, der sämtliche Menschen errettet! Everam ist lediglich ein Name, mit dem wir eine Idee, eine Vorstellung, bezeichnen. Und nicht irgendein Gigant im Himmel, der gegen die Schwärze des Weltalls ankämpft.“
(Seite 40)
 
Das Fazit:
Ich muss sagen, bevor ich den vierten Teil „Der Thron der Finsternis“ gelesen habe, war ich richtig skeptisch. Der dritte Teil konnte, meiner Meinung nach, nicht mit den beiden vorhergehenden Teilen mithalten, was sollte dann der, wieder 1000 Seiten starke, vierte Teil bringen…
Die Geschichte wird wieder aus vielen verschiedenen Perspektive erzählt, diese werden durch die Kapitel begrenzt, wie auch schon in den vorhergehenden Büchern, damit lassen sich auch die verschiedenen Handlungsorte leicht auseinanderhalten. Diese sind natürlich auch wieder geographisch in einer Karte im Buchdeckel festgehalten, das ist sehr hilfreich, allerdings kenne ich mich langsam so gut in Thesa aus, dass ich die überhaupt nicht mehr benötige.
Logischerweise begleiten uns auch in diesem Buch Arlen, Rojer & Leesha durch die Geschichte. Diesmal kommt Arlen etwas kurz, was ich allerdings nicht so schlimm finde, da die anderen Handlungsstränge diesmal soo viel spannender sind. Ich kann nicht allzu viel von Rojer & Leesha berichten, da sonst viel von den wirklich wichtigen Eckpunkten verraten werden würde. Ich kann nur sagen: Es gibt keinen Moment, der nicht vollgepfropft ist mit Verrat, Berechnung, Intrigen, Hoffnung, Finsternis, Gewalt oder grandiosen Wendungen.
Ich habe mit 85% der Handlung nicht gerechnet (die 15% die ich geahnt hatte, muss ich sagen, fanden allen im Zusammenhang mit Arlen statt…), aus diesem Grund, konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen.
Bemerkenswert fand ich die beiden Kapitel oder Abschnitte, die aus der Sicht eines Dämons (Prinzling) geschrieben wurden. Mein Gott, sind die Viecher fies und um einiges klüger als ich es für möglich gehalten habe.
Desweiteren ist dieses Buch weniger statisch als das letzte, welches – gefühlt – das letzte Mal nur im Tal der Holzfäller gespielt hat. Durch die vielen Ortswechsel hat dieser Teil richtig an Tempo gewonnen, was mir wirklich sehr gut gefallen hat.
 
Die Wertung:
Es fällt mir mal wieder schwer mich zu entscheiden… Sollen es 5 oder sollen es 4 von 5 Punkten werden. Ich bewundere den Autor für sein Konsequenz, denn es gibt so viele unliebsame Wendungen, die ich nicht übers Herz gebracht hätte – da geben mir bestimmt viele recht – aber die wichtig und bestimmt auch richtig waren, um die Geschichte im nächsten Buch zu vollenden.
Das reißt es raus und bringt dem Buch 5 von 5 Punkten!
 
(07.11.2015)

Dienstag, 3. November 2015

Premierenlesung: Herzfischen

Premierenlesung aus „Herzfischen“
mit Britta Sabbag & Maite Kelly

 
Hallo meine Lieben,

ich war am Montag (02.11.2015) auf der Premierenlesung zu „Herzfischen“ von Britta Sabbag & Maite Kelly. Zu diesem wirklich vergnüglichen Abend hat der Bastei Lübbe Verlag eingeladen und ich bin dieser Einladung gerne gefolgt (man muss es nutzen wenn man in der „Nähe“ von einem Verlag wohnt).

 
Die Veranstaltung begann um 20 Uhr, es war eine wirklich gemütliche Atmosphäre, die nicht nur durch die „überschaubare“ Anzahl an Besuchern begünstigt wurde, sondern auch durch die angebotenen Snacks & Getränke unterstützt wurde.

(bitte entschuldigt die Qualität, fotografieren ist nicht mein Steckenpferd)
 
Die Bühne, auf der die Lesung stattfand, war wie ein sehr gemütlicher Wohnraum eingerichtet, ein zu klein geratenes Bett (auf dem die beiden Autorinnen Platz fanden) und ein Sessel für die Moderatorin, die den beiden so einige Geschichten aus ihrem kreativen Schaffungsprozess und vielem anderen entlockte.

 
Britta und Maite haben sich 5 Stellen quer aus dem Buch Herzfischen rausgesucht, die sie in verteilten Rollen gelesen haben. Damit hat man bereits einen kleinen Blick auf die wirklich verschiedenen Personen von Herzfischen werfen dürfen, ich bin jetzt wirklich gespannt auf Josephine, Simon, den Fußfetischisten und die vielen anderen Charaktere, die mich bestimmt erwarten werden.

 
Besonders gefallen hat mir, zu sehen, wie zwei getrennte Personen es schaffen ein Buch zu schreiben. Wie viel Arbeit es ist, die Figuren so lange zu entwickeln, bis sie von selber atmen und man sie anscheinend bremsen muss, um nicht das eigene Leben zu „übernehmen“, das konnte Britta Sabbag wirklich anschaulich erzählen.

 
„Herzfischen“ wird das erste Buch sein, das ich von den beiden als Autoren-Duo lesen werde, allerdings habe ich erfahren, das die beiden auch weiterhin an ihrer Kinderbuchserie arbeiten werden, aber sich auch getrennte Projekte in die Mache befinden, doch dazu wollte die Liebe Britta nicht mehr verraten, also die Fans von Britta Sabbag können gespannt sein auf das was da noch kommen mag J

 
Alles in allem war es ein wirklich runder Abend, der in einer langen Schlange von Autogrammsuchenden endete. Ich hatte Glück und stand relativ weite vorne – *puhhh* - Glück gehabt.


Ich kann nur sagen, die Lesung war wunderbar kurzweilig. Die beiden sind ein eingespieltes Duo, bei denen die Geschichte wirklich lebendig wird und man direkt Lust hat seine Nase in dem Buch zu vergraben.

(03.11.2015)