Sonntag, 18. September 2016

[Rezension] Die Holunderschwestern Teresa Simon

Die Holunderschwestern – Teresa Simon
(Taschenbuch)
 
Verlag: Heyne
 
Der Inhalt:
München. Die talentierte Restauratorin Katharina Raith hat sich gerade einen Traum erfüllt und ihre eigene Werkstatt eröffnet. Da steht eines Tages Alex Bluebird aus London vor ihrer Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Sie reichen zurück ins Jahr 1918, als Fanny nach München kam und sich in den vornehmen Kreisen einen Namen als Köchin machte. Ihr sensible Zwillingsschwester Fritzi ließ sie in der Provinz zurück. Doch eines Tages stand Fritzi vor Fannys Tür – und setzte eine fatale Kette von Ereignissen in Gang.
(Klappentext)
 
Lieblingszitat:
„Ich bin kein Kind mehr! Und du solltest auch endlich wach werden, Mama. Ich will leben und glücklich sein – und mich nicht länger von dem braunen Gesocks demütigen lassen.“
(Die Holunderschwestern von Teresa Simon, Seite 440)
 
Das Fazit:
Man fängt doch immer mit dem positiven eines Buches, einer Geschichte an. Also halte ich mich an diesen Grundsatz.
Die Handlung des Romans springt zwischen 2015 und den Jahren des ersten und zweiten Weltkrieges, dadurch wird die Geschichte auch aus zwei Perspektiven erzählt. Heute von Katharina, die versucht das damals von Fanny zu rekonstruieren, trotz aller unüberwindbaren Widrigkeiten, die sich ihr in den Weg stellen (Ironie aus.). Die zwei Perspektiven sind gut, denn so musste ich nur etwa 1/3 des Buches Katharinas lückenfüllende Geschichte ertragen. Ich frage mich, warum sich die Autorin nicht nur aus Fannys und Fritzis Geschichte (Vergangenheit) beschränkt hat. Diese 2/3 des Buches sind total spannend. In diesen Passagen konnte und wollte ich das Buch nicht bei Seite legen. Ich wurde ständig überrascht, habe mit allen mitgefiebert und war mit Feuereifer dabei, wenn es darum ging die Menschen vor dem braunen Pack zu verteidigen. Ich fand es schön, dass die politische Lage in Deutschland – ganz besonders in München nicht immer im Vordergrund stand, aber auch nicht außen vor gelassen wurde. Da hat die Autorin eine angenehme Balance gefunden.
Aber hüpfen wir mal wieder in die Gegenwart. Katharinas Geschichte, die Frau die unbedingt alles über ihre Ahnin Fanny herausfinden möchte. Das ist eigentlich das einzige positive an ihr. Durch sie hatte ich die Chance die Vergangenheit zu ergründen. Alles was ihr in diesem Zusammenhang geschehen ist, ist so gradlinig. Sie musste noch nicht mal richtig suchen, sie hat einfach alles gefunden. Wahrscheinlich bin ich mit dieser Meinung allein, aber auch ihre Freundin Isi hat mich total genervt. Alles an der Gegenwart Geschichte kam mir sehr gewollt vor.
Eine Sache, die ich sehr gelungen finde, ist die Covergestaltung. Sie ist ein perfekter Spiegel des Buches.
 
Die Wertung:
Teresa Simon hat ein nettes Buch geschrieben. Zwei Drittel haben mir sogar gefallen. Und das Cover ist schön. Eine interessante Idee sind auch Fannys Rezepte im Anhang. Deswegen kann ich nur 2 von 3 Punkten geben.
 
(11.09.2016)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen