Mittwoch, 15. März 2017

[Rezension] Wir fliegen wenn wir fallen - Ava Reed



Wir fliegen wenn wir fallen
von Ava Reed
(Hardcover)

Verlag: Ueberreuter



Der Inhalt:
So beginnt eine Liste mit zehn wünschen, die der alte Phil nach seinem Tod hinterlässt. Yara und Noel ist sie gewidmet, zusammen mit seinem letzten Willen: Gemeinsam sollen sie seine unerfüllten Wünsche wahr werden lassen. Yara und Noel, die sich vom ersten Moment an nicht ausstehen können, willigen nur Phil zuliebe ein. Ihre Reise führt sie nach Irland, nach Nordschweden und bis in den Regenwald. Doch egal wie weit sie sich von ihrem alten Leben entfernen, die Schatten der Vergangenheit weichen ihnen nicht von der Seite…
(Klappentext)

Lieblingszitat:
„Hoffnung ist etwas, das uns hilft und quält zugleich. Manchmal warten wir vergeblich.“
(„Wir fliegen wenn wir fallen“ von Ava Reed, Seite 117)

Das Fazit:
 Gerade ein weiteres Werk von Ava Reed beendet und diesmal bin ich wirklich geflasht.
„Wir fliegen wenn wir fallen“ umfasst 291 Seiten und beinhaltet eine wunderbare Geschichte. Yara und Noel erleben eine außergewöhnliche Reise, die ich auch gerne unternehmen würde, um diese Orte mit meinen eigenen Erlebnissen und Erinnerungen zu füllen.
Diesmal hat Ava Reed es geschafft nicht einfach nur eine herzzerreißende Geschichte zu erzählen, sondern hat sie auch wirklich in einer runden Geschichte verpackt.
Yara hat eine Vergangenheit, die sie einfach nicht schafft abzuschütteln. Vielleicht hat sie es nie richtig versucht, das weiß man nicht so genau. Aber ich kann sie wirklich verstehen. Ich denke jeder der solches durchmachen muss, würde so handeln/denken.
Auch Noel hatte es nicht einfach. Doch seine Probleme sind von anderer Natur als die von Yara. Somit ist man als Leser mit einem Blumenstrauß aus diesen konfrontiert.
Beide Charaktere finde ich wurden super ausgearbeitet, ihr Verhalten ist realitätsnah und das hat mich sehr beeindrucken können. Aus diesem Grund fand ich auch beide total sympathisch und mochte sie sehr gerne.
Den Ablauf der Geschichte wurde von der Autorin sehr gut konstruiert. Man hatte nicht das Gefühl, dass einfach alle Punkte der Liste aneinandergereiht wurden, aber auch nicht, dass überall und immer Probleme auftauchten. Sie hat einen guten Mittelweg gefunden. Ich wurde einfach gefesselt!
Ihre Geschichten wird aus der Perspektive der beiden erzählt, sodass man – wie ich es gerne mag – immer einen Überblick über die seelische Verfassung der beiden hatte, auch wenn sie vielleicht mal hier und da Kommunikationsprobleme aufwiesen. Das ganze geschah abwechselnd (zum Kapitelwechsel) und wurde auch immer in der Kapitelüberschrift vermerkt. Besonders fand ich auch, dass da immer kleine Skizzen von Pusteblumen und dessen Samen zu finden waren. Außerdem konnte man, wie dazu gekritzelt eine sehr passende Kapitelüberschrift finden. Das hat mich wirklich begeistern können. So Kleinigkeiten machen ein Buch ja meist erst zu etwas besonderen.


Die Wertung:
Das Cover ist der Hammer. Der Inhalt ist super, man lernt glaubwürdige Charaktere kennen, kann das Buch kaum aus der Hand legen und möchte sogar selbst an diese Orte reisen.
Fünf Argumente die für das Buch sprechen und deswegen gebe ich dem Buch wohlverdiente fünf Punkte. Liebe Ava, diesmal konntest du mich zu hundert Prozent überzeugen. Ich freue mich darauf mehr von dir zu lesen.

(14.03.2017)

Mittwoch, 1. März 2017

[Rezension] Die verlorene Spuren - Kate Morton



Die verlorenen Spuren
von Kate Morton
(gebunden Ausgabe)

Verlag: Diana

Der Inhalt:
England, Greenacres Farm 1961: Während einer Familienfeier am Flussufer beobachtet die junge Laurel, wie ein Fremder das Grundstück betritt und ihre Mutter aufsucht. Kurz darauf ist der idyllische Frieden des Ortes jäh zerstört. Erst fünfzig Jahre später gesteht sich Laurel beim Anblick eines alten Fotos ein, dass sie damals Zeugin eines Verbrechens wurde. Doch was genau geschah an jenem lang zurückliegenden Sommertag?
(Klappentext)

Lieblingszitat:
„Natürlich hatte Laurel Harry Potter gelesen und war ebenso empfänglich für den Charme alter Gebäude wie jedermann, aber die Öffnungszeiten der Bibliothek war begrenzt, Katy Ellis‘ Briefe waren in Reichweite. Jede weitere Plauderei über Architektur oder Literatur wäre für sie zur Qual geworden. Sie lächelte gespielt verständnislos (Hogwarts?), worauf er mitleidig nickte (Muggel), dann kamen sie zur Sache.“
("Die verlorenen Spuren" von Kate Morton, Seite 439)

Das Fazit:
Nachdem mir „Das Seehaus“ so gut gefallen hat, wollte ich unbedingt ein weiteres Kate Morton Buch lesen und da habe ich auf einem Büchermarkt zu diesem Exemplar gegriffen und war schon ganz gespannt, ob mich eine ähnliche/gleiche Geschichte erwartet oder ich von der Autorin überrascht werde. Tja und das wurde ich.
Der Aufbau der Geschichte um Laurel und ihre Mutter Dorothy ist der im Seehaus sehr ähnlich. Die Geschichte spielt in zwei unterschiedlichen Zeiten (2011 und zweiter Weltkrieg), ein gruseliges Familiengeheimnis, eine große Familie und noch einiges mehr. Aber das fand ich während des Lesens überhaupt nicht schlimm.
Laurels vertrackte Familiengeschichte hat mich circa ab Seite 100 total gepackt. Dann hatte ich noch 500 Seiten sehr spannende Seiten vor mir. Mir haben die Abschnitte am besten gefallen, die aus der Sicht der Mutter in der Vergangenheit geschrieben wurden. Ich weiß auch nicht warum, doch in letzter Zeit finde ich meist, die Rückblenden in Büchern super.
Allerdings fand ich Dorothy nicht besonders sympathisch. Sie hat definitiv eine Schraube locker. Aber auf eine sehr unberechenbare und überraschende Art. Die Autorin hat mit Dorothy einen sehr vielschichtigen Charakter geschaffen, den ich trotz der Antipathie toll fand. Ihr Tochter Laurel war ganz in Ordnung. Sie ist eine erfolgreiche Schauspielerin, die sich total in die Findung der Wahrheit verbissen hat, zum Glück, denn sonst wäre ganz bestimmt nicht mein Lieblingscharakter weiter in den Mittelpunkt gerückt worden. Nämlich den jüngsten der Familie Gerry. Er ist genial und auch wenn er wirklich nicht oft einen Auftritt in den Geschehnissen hatte, fand ich ihn sympathisch von der Autorin charakterisiert. Jemand den man einfach ins Herz schließen muss!
In diesem Buch bin ich auch erst 50 Seiten vor Ende des Buches auf die Lösung des Rätsels gekommen, was für mich mal wieder ein kleiner Triumph war.

Die Wertung:
Laurel hat mir als Hauptcharakter nicht so gut gefallen. Mir wäre Gerry lieber gewesen. Dagegen finde ich Dorothy klasse charakterisiert und die Auflösung genial. Und um nochmal ein bisschen was oberflächliches anzumerken, Das Cover ist nicht besonders gelungen. Mit allem Drum und Dran sind das 4 von 5 Punkten. Bestimmt nicht da letzte Kate Morton Buch in meiner Sammlung.

(10.10.2016)